Resümee

Wie lief es insgesamt ab?

Die Zusammenfassung geht ganz einfach und kann auf ein Wort reduziert werden: Begeisterung. Alle Bedenken die wir selbst hatten - oder von anderen an uns herangetragen wurden - vergessen, die kann man wirklich einfach ignorieren.

Das lag einmal an den Beteiligten (Guides, Fahrern,... - stellvertretend für die ganze Bevölkerung), aber auch am aktuellen Zeitgeschehen. Vielleicht war es ja teilweise die besondere Situation der politischen Umwälzungen, die gerade momentan in Ägypten stattfindet. Denn dadurch ging der Tourismus stark zurück und die wenigen Touristen wurden vielleicht deshalb besonders behandelt. In zwei Oasenhotels waren wir praktisch die einzigen Gäste...  

Aber es lag auch an uns. Wir gingen mit Respekt an diese doch andere Kultur heran. Wir bekamen den Respekt dreifach zurück und haben dadurch sicher gewonnen.

Der Ablauf der Reise war perfekt - wie auch immer das Reisebüro das hinbekommen hat. Wenn ein Fahrer angesagt war - er war da, pünktlich zur Stelle, hilfsbereit und höflich, Wenn eine deutschsprechende Reiseleitung angesagt war - sie war da. Was auch immer der Guide, der uns am Flughafen abholte, für Beziehungen hat oder selbst Bakschisch zahlen musste - wir wurden fast an der Gangway abgeholt und durchgelotst. Was ist das sonst ein Kampf - hier klappte es am Schnürchen. German Efficiency? Ja - kombiniert mit ägyptischer Höflichkeit und Verlässlichkeit. Super. Dann kommt man abends doch recht entspannt am Hotel an und kann den Anfang des Urlaubs geniessen. Wir haben uns das viel schwieriger vorgestellt. Ein großes Lob an alle, die das so perfekt machten.

Fahrer und Fahrzeug? Wir hatten keine Ahnung - Lesen hilft hier als Vorbereitung nicht viel. Auch hier war es einfach und problemlos. Magdy war genauso, wie man sich einen Guide im besten Fall vorstellt, verläßlich, entspannt und mit seinem Neffen ein unschlagbares Gespann, vor allem, wenn es um den Humor geht. Nur zweimal haben wir ihn 'unter Spannung' erlebt. Bei der Abholung in Kairo: hier setzte ihm der Verkehr zu, obwohl er das sehr gut meisterte. Und am Beginn der Fahrt in Bahariya, als am Fahrzeug technische Probleme auftraten. Wurden wir unsicher? Nein, keine Spur. Es gab zwar einen Verzug von fast drei Stunden, aber wenn man hautnah miterlebte, dass an das Fahrzeug höchste Ansprüche von Magdy gestellt wurden und er erst dann GO signalisierte, als alles bereinigt war, stärkte das nur unser Vertrauen in Fahrer und Fahrzeug. Es gab auch keinerlei weitere Störungen dieser Art.

Die Wüste? Auch hier gilt: Lesen und aufgesammelte idealisierte Vorstellungen auf der Basis von Bildern helfen nichts. Erst wenn man 200km weit in das Sandmeer gefahren ist und das erste Lager selbst mit aufgebaut hat, bekommt man ein Gefühl dafür. Erst wenn man den Sternenhimmel nachts in der Wüste sieht, hat man das Gefühl, man ist dort angekommen, wo man hinwollte. Erst wenn man die Sanddünen in unterschiedlichem Licht in allen Farbnuancen aufgenommen hat - dann ist man reif. Und vergisst ganz, Fotos zu machen, weil man beschäftigt ist, das emotional aufzunehmen. Sorry - viele beeindruckende Bilder sind bei uns im Gedächtnis, aber nicht auf der Harddisk.  

Mehr Info? Kein Problem...

Wetter:
Hier hatte ich besonders große Bedenken. Mein bisher bevorzugtes Reiseklima ist eher nordisch geprägt (bevorzugt z.B. Irland), große Hitze vertrage ich eigentlich gar nicht. Aber der Reisezeitpunkt im März war richtig gewählt. Es war (für mich) heiß, aber ich hatte keinerlei Probleme. Mit der Kufiya (Kopftuch) - gebunden nach Beduinenart - freundete ich mich schnell an - und es wirkt Wunder. 

Sprache:
Hier ist für die nächste Tour einiges nachzuholen. Es gibt kein Problem - es wird ausreichend Englisch gesprochen, aber ich vermisste doch etwas die Möglichkeit, direkten Kontakt aufzunehmen. Zwar hat man schnell einige Brocken Arabisch drauf - aber das reicht nicht. Es reicht auch nicht, die Zahlen richtig erkennen zu können beim Einkauf - hier gibt es Nachholbedarf.

Bakschisch:
Wir bekamen einige Hinweise vom Reisebüro (Danke!), aber es ist schon schwierig, den richtigen Weg zu finden. Aber Probleme gab es keine - wir betrachteten das Bakschisch einfach als direkte Anwendung einer der fünf Säulen des Islams: TEILEN mit anderen Menschen (Zakat).

Essen:
Überraschung. Ich bin fast zum Vegetarier mutiert. Nicht weil es keine guten Fleischgerichte gibt (im Gegenteil), sondern weil die Platten mit Möhren, Gurken, Tomaten usw. in der Wüste einfach das RICHTIGE waren. Und die Datteln von Magdy - wo bekomme ich in Sesam eingelegte Datteln dieser Qualität bloß in München her?
Strassencafes und kleine Restaurants? Gut und preiswert - und keinerlei gesundheitliche Probleme. Wir liessen eigentlich nichts aus, erst am letzten Tag vermisste ich etwas: ein EIS!

Trinken:
Ganz ehrlich? Hmmm, ein Radler oder ein Schorle habe ich ab und zu vermisst. Aber ich lernte, das WASSER gut schmeckt und wurde durch viele Säfte (Guave!) entschädigt. Ein einziges Glas Wein trank ich in fast drei Wochen und war (als Franke) enttäuscht, anschließend blieb ich bei Wasser, Saft und Tee. Was also nicht fehlen darf: Ein Loblied auf den Tee (Minze a la Magdy, kalter Hibiskustee, mmmh!) und das Göttergeschenk Kaffee. Schmeisst doch alle eure HighTech Kaffeemaschinen weg und lernt ordentlichen Kaffee zu kochen - aus zerstossenen Bohnen: Stark, süß und schwarz.

Kleidung:
Wir geben es ja zu: Ein lokaler Ausrüster verkaufte uns entsprechende Hosen und Hemden. Und das Material ist wirklich ausgezeichnet. Das Beste: leicht waschbar und trocknet bei dem Wetter und leichtem Wind (Zeit des Chamsin!) innerhalb einer Stunde. Ich lasse ja eigentlich nichts auf meine betagten (30 Jahre alten!) reichlich schweren Lederbergstiefel kommen - aber diese leichten Wüstenstiefel sind genial. Man spürt sie so gut wie nicht und ansonsten geht man eben - gut angepasst - in Schlappen oder Sandalen.  

Würden wir etwas anders machen bei der nächsten Tour?

Wüste bei DachlaDiese erste Wüstentour war genau das, was wir brauchten um das uns unbekannte  'Umfeld' (kulturelle Besonderheiten des Landes, Klima,..) kennen zu lernen und uns entsprechend anzupassen. Der Wechsel von einigen Tagen Wüste und Hotel war für uns Neulinge richtig und das Programm mehr als vielseitig.

Für uns neu zu erschließende Gegenden (Glaswüste, Gilf el Kebir) werden wir es genauso machen. Aber die nächste Tour - sie wird kommen - werden wir trotzdem teilweise anders gestalten. Denn zuerst wird eine Wiederholung des Großen Sandmeeres stattfinden, bei dem wir uns für einige Tage im Sandmeer und danach in der Wüste bei Dachla von den Führern absetzen lassen und von einem über mehrere Tage genutztem Lager Fusswanderungen durchführen werden. Das geht - und wir freuen uns schon drauf. Das bedeutet, dass über beispielsweise 3 Tage keine Fahrten anfallen und wir uns voll auf einen ganz bestimmten Teilausschnitt der Wüste konzentrieren können.

Und unser Gepäck - bzw. die Logistik dazu - wird anders aussehen. Für die Wüste waren wir richtig ausgestattet, für die Hotels in den Oasen war alles richtig, aber der Koffer für die Entspannungstage in Luxor hätte nicht mit durch die Wüste gemusst. Besser wäre es gewesen, diesen gleich nach Luxor durchzureichen. Oder: Start und Endpunkt sollten identisch sein....

Nochmals: Ein Lob an alle Beteiligten

Alle Beteiligten - Reisebüro, Fahrer, Führer - machten Ihrem Job Ehre. Das Reisebüro mit Details bis zu Hinweisen über übliche Bakschischhöhe, Fahrer mit erstaunlicher Gelassenheit (Kairo!) und Können (Magdy in der Wüste), Führer mit Detailwissen. Danke an alle hier nicht namentlich erwähnten Personen.

Und auch dem Personal in Hotels, Kaffeestuben, kleinen Strassenrestaurants müssen wir ein Lob zollen. Wir lernten Freundlichkeit und Gelassenheit kennen, die hier bei uns häufig genug verschwunden ist.  

 

Wüste hautnah

Dünenlandschaft Grosses Sandmeer
Lager in der Morgensonne
Aus dem Album SANDMEER  

Lob an die Guides

Magdy, der Wüstenfuchs
Beladen des Fahrzeugs in Bahariya
Aus dem Album GUIDES  

Das Reisebüro

Reiseveranstalter
Die Reise wurde nach unseren Wünschen zusammengestellt von www.oasenreisen.de.

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